Hallo liebe Kinder, Eltern, Ehemalige…liebe Gäste!

Ich begrüße euch und Sie ganz herzlich zu unserer Jubiläumsfeier am heutigen Samstag bei angenehmem Wetter.

10 Jahre OGS Auf der Emst…

Ich möchte gerne an dieser Stelle mein Lieblings-Gedicht vorlesen, das mich immer mal wieder in meinem Leben begleitet hat, und das ich in den Anfängen der OGS schon einmal in einer Dienstbesprechung vortrug:

Es lautet:

Die Chance der Bärenraupe, über die Straße zu kommen                                   

von Rudolph Otto Wiemer

Keine Chance. Sechs Meter Asphalt. 
Zwanzig Autos in einer Minute. 
Fünf Laster. Ein Schlepper. Ein Pferdefuhrwerk.
Die Bärenraupe weiß nichts von Autos.                                                                      
Sie weiß nicht, wie breit der Asphalt ist.                                                               
Weiß nichts von Fußgängern, Radfahrern, Mopeds.
Die Bärenraupe weiß nur, dass jenseits Grün wächst.                               
Herrliches Grün, vermutlich fressbar.                                                                         
Sie hat Lust auf Grün. Man muss nur hinüber.
Keine Chance. Sechs Meter Asphalt.                                                                           
Sie geht los. Geht los auf Stummelfüßen.                                                           
Zwanzig Autos in der Minute.
Geht los ohne Hast. Ohne Furcht. Ohne Taktik.                                                     
Fünf Laster. Ein Schlepper. Ein Pferdefuhrwerk.                                                    
Geht los und geht und geht und geht und kommt an.                                                             

Ich glaube, 2006 fühlten wir uns alle ein bisschen wie diese kleine Bärenraupe…  Klein, ahnungslos, aber irgendwie Lust auf was Neues, Unbekanntes.

Jeder des neu zusammengestellten Teams befand sich vorher auf der sicheren Seite der unübersichtlichen Straße: die meisten waren in der Betreuung von acht bis eins tätig, einer Einrichtung, die schon seit Jahren Auf der Emst gute Arbeit leistete, andere kamen aus der Schulkind-Gruppe des angrenzenden Kindergartens oder auch aus dem Kinderhort.

Und vor uns allen lag die große Unbekannte „OGS“. Was würde uns erwarten? Wie würden wir uns zusammenfinden? Welche Kinder werden angemeldet? Genau wie die Raupe wussten wir nicht, was vor uns lag.

Doch auch wir sind losgegangen, Schritt für Schritt, haben uns den Aufgaben gestellt und gemeinsam so manche Klippe umschifft.  Und ich glaube, das, was uns all die Jahre trotz vieler Unbekannte und Schwierigkeiten hat weitergehen und weiter entwickeln lassen, war neben dem guten Zusammenhalt  im Team, das herrliche Grün auf der anderen Seite.

„Herrliches Grün“  im Sinne von glücklichen, zufriedenen Jungen und Mädchen, die bei uns Kind sein dürfen, sich ausprobieren, spielen, raufen, sich auch mal langweilen, im Matsch toben, auf Bäume klettern,  – mutig, albern, schüchtern oder auch stolz sein können,  Erfolge und Misserfolge erleben, und viele Dinge mehr. Einfach Kind sein!  Das ist unser Ziel, für das es sich –auch auf kurzen Stummelfüßen- loszugehen lohnt.

Und damit wir auch weiterhin dieses herrliche Grün vor Augen haben, möchte ich allen, die als Mitarbeiter mit mir „diese Straße überqueren“, und allen, die uns auf diesem Weg begleiten, als kleines Dankeschön und als Symbol eine Blume überreichen.

Während ich diese verteile, wird der Hip Hop-Kurs noch einen weiteren Tanz vorführen.

Anschließend sind die Mitmach-Stationen draußen, in der OGS und in der Turnhalle für alle geöffnet und der Förderverein würde allen Gästen gerne reichlich Kaffee, Kuchen und Würstchen verkaufen.

Ich wünsche allen viel Spaß und bitte jetzt um einen riesigen Applaus für unsere Tänzer!